Rundbriefe

Weihnachtsrundbrief 2016

Maria sprach:
„Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern, und lässt die Reichen leer ausgehen“.
Losung zu Weihnachten, Lukas 1,52-53


Liebe Freunde und Mitarbeiter bei anamed!
Gib einem Hungrigen einen Fisch, und ab morgen ist er doch wieder hungrig! Lehre einen Hungrigen zu fischen, und er verhungert noch heute, denn Andere haben den Teich bereits leergefischt!  Dieser Satz geht mir nicht aus dem Kopf:

  • wenn ich in Afrika in einen Supermarkt gehe und vor lauter Pepsi-Cola, Nescafe und Nivea Creme verzweifelt etwas suche, was im Lande selbst hergestellt wurde
  • wenn ich in Spanien Arbeitslose unterstützen will durch das Anlegen von Gärten und sie mir dann sagen, wegen der Novel Food Verordnung der EU müssten sie ihre hergestellten Immunstimulantien als „Badezusatz“ vermarkten.
  • wenn meine Freunde in der Schweiz ihr selbst angebautes Artemisia annua , zum Beispiel als biologisches Chemotherapeutikum gegen Tumore, nur unter der Bezeichnung „Hundefutter“ verkaufen dürfen
  • wenn ich in Entwicklungsländern ins Krankenhaus komme und sie mir sagen, dass sie im Lande hergestellte Heilpflanzenpräparate, selbst Kamillentee, höchstens unter der Hand empfehlen, geschweige denn anwenden dürfen
  • wenn ich lese, dass man Obergrenzen zur Flüchtlingseinwanderung fordert, aber keine „Untergrenze“ für den Fischdiebstahl unserer Schiffe vor Somalia einhält, keine Untergrenze für die Abholzung von Urwäldern im Congo, keine Mindestmenge an Regen für Dürreländer.  Ich stand in Kenia am Strand nahe der somalischen Grenze, und versuchte irgendeinen Fisch im Wasser zu entdecken: vergeblich! So produziert unsere Industrie isolierten Wohlstand für uns und ein paar Flüchtlinge die es bis zu uns geschafft haben.
  • wenn ich mit Hilfe Eurer Spenden wunderschöne Felder für unsere anamed-Gruppen in Afrika mitfinanziere und dann höre, dass alles durch die Klimakatastrophe verdorrt ist.
  • wenn ich einmal in meinem Leben im Flugzeug zum Seminar nach Myanmar fliege, und neben mir sitzt ein alter deutscher Junggeselle und gibt damit an, dass er mehrmals im Jahr nur so übers Wochende von Deutschland auf die Philippinen zum „Angeln“ fliegt
  • wenn mir unser anamed Mitarbeiter Erich Bachmann auf den Philippinen berichtet, dass die Ergebnisse dieses „Angelns“, nämlich ungezählte junge Menschen unter grössten Schmerzen an AIDS verenden, weil ihre Krankenkasse ihnen nicht mehr als Aspirin bezahlen kann, und anamed Medikamente gegen AIDS (Artemisia+Moringa) oder gegen Schmerzen im Endstadium (lokal hergestellte Cannabistinktur) natürlich keine Chance auf Legalisierung haben.

Und dann kommt Maria im obigen Bibelvers auf diese Vision. Ein Kontra-Programm zum Wahlausgang in Amerika. Eine Fortsetzung der Vision in 1.Samuel 2,4: “Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke“. Ein Aufruf an uns, Luthers Appell zu folgen, auch 24 Stunden vor einem Weltuntergang noch schnell ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Das tun wir, und darin habt Ihr alle uns unendlich unterstützt! Einige Lichtblicke will ich Euch unbedingt mitteilen: In Wolfschlugen haben sogar 17 Asylbewerber bei der Artemisia Ernte praktisch ehrenamtlich mitgeholfen. In Tansania haben sich die anamed Mitglieder zum ersten Mal auf eigene Kosten zu einem nationalen Treffen getroffen. Ein katholischer und ein evangelischer Bischof besuchten uns in Winnenden und Beide verbreiten hoffentlich unsere Lösungsansätze weiter! Artemisiasamen versandten wir gratis an alle unsere anamed Gruppen weltweit, und nach Indonesien für die Gefängnisarbeit unter Todeskandidaten. Artemisiatee gratis nach Mosambik (110 kilo),Kenia, Uganda, Tschad, Benin; Hilfsmittel zur Heilpflanzen-produktion und Arzneimittelherstellung gratis nach Togo, Ägypten, Peru, Indien, Nicaragua, Guinea-Bissau, Tansania, Sudan, ins Rebellengebiet nach Nordnigeria, und jeweils fässerweise nach Senegal, Madagaskar, Uganda und Kenia. Gerade sind wir dabei, dank Eurer Spenden eine Seminarreihe für Flüchtlinge aus dem Sudan, die zu Hunderttausenden in Uganda und Kenia dahinvegetieren, zu finanzieren! Und in Congo-Kinshasa können wir dank Eurer Hilfe und unserer Kontakte zu Autoritäten hoffentlich bald unsere zwei unschuldigen anamed-Krankenpfleger befreien, die ins Gefängnis nicht eingeliefert, sondern in Hoffnung auf Lösegeld  dorthin verschleppt wurden: wahrhaft eine besinnliche Adventszeit für mich!

So versuchen wir überall, zu helfen dass sich „die Schwachen umgürten mit Stärke”, … es ist ein harter Job, und es gibt für uns anamed Mitarbeiter in aller Welt keine Pensionierung, keinen ruhigen Lebensabend, kein „Geschafft“-Gefühl… aber es gibt eine unwahrscheinliche Dankbarkeit an Gott und Euch für jeden Menschen, der gestern noch hungrig und krank und deswegen verzweifelt, heute aber satt und gesund und deswegen kämpferisch wurde… denn wie sagte Kofi Annan: „Gesundheit sollten wir uns nicht nur wünschen, sondern als Recht erkämpfen“
Deswegen freuen wir uns auf Weihnachten, auch vielleicht ohne Schnee und Gefühlsduselei, aber total glücklich, dass Ihr Euch in die biblischen Heerscharen von Engeln einreiht, um auch im Neuen Jahr Wunder an Euch selbst wie an unseren Partnern in „Entwicklungsländern“ zu erleben.

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