Rundbriefe

Rundbrief 07/2016

Dient einander, ein jeder mit der Gabe die er empfangen hat…1.Petrus 4,10

Liebe Freunde und Mitarbeiter bei anamed! In Eritrea durfte ich zu einem anamed Workshop ganz ungewöhnlich anreisen: Einen Tag lang auf einem Kamel! Doch als der Sand immer tiefer wurde, ging selbst das Kamel keinen Schritt mehr weiter, und der Kamelführer bedeutete mir unmissverständlich und alternativlos: das Kamel war in seinem Dienst an seine Grenzen gestoßen, ich musste zu Fuss weiter laufen. Im Zaire/Kongo durfte ich eine anamed Klinik im Aufbau besuchen, und während ich noch die Grenzen unserer Finanzen erklärte, kamen 4 Männer durch 20 cm tiefen Sand gelaufen, an die 10 Kilometer, um eine bewusstlose malariakranke Frau zu bringen, und sagten mir schweißüberströmt: Wir machen das ja alles gerne gratis, aber wir sind mit unserer Kraft am Ende! So gerne würde ich meinen anamed Mitarbeitern in Nordnigeria helfen, aber sie mussten vor Boko Haram fliehen. So gerne würde ich unseren anamed Gruppen in Malawi Regen schicken, aber er kommt nicht. So gerne würde ich in Tansania Solaranlagen aufbauen, aber die Uranindustrie ist mächtiger. So gerne würde ich Tausenden von Straßenkindern in Entwicklungsländern Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort geben, aber wie denn, wenn multinationale Konzerne den Markt überschwemmen… ein Visum bekommen sie auch nicht, bleibt also nur meine Empfehlung zur Flucht?

Gehen wir nicht zum Elend, kommt das Elend zu uns! Ein armer Mensch, der ein Stück trockenes Brot in der Hand hat und in seinem Heimatland umgeben ist von Hungernden, ist überglücklich und dankt Gott in seiner Dorfkirche für sein Privileg. Hat er aber nun nach seiner Flucht das gleiche Stück Brot in Deutschland und ist umgeben von Menschen mit lauter Kuchen, wird er traurig, enttäuscht, depressiv, spielt Killerspiele im Internet und greift irgendwann zur Waffe als Rache an den „Christen“, weil es denen besser geht als ihm. Anderes Beispiel: Durch El Nino, die Klimakatastrophe, werden dieses Jahr 40% der Einwohner Malawis an Hunger leiden, 30€ Hilfe pro Person und Monat würden eine Verdoppelung ihres Bruttosozialprodukts bedeuten! Aber nein, man wartet bis er in Deutschland ist, dann kostet er uns 1500€/Monat als Flüchtling ….das 50fache.

Deswegen sage ich Euch allen Dank! Je mehr Dunkelheit uns umgibt durch hilflose Politik und teuflische Attacken, umso mehr wird auch das Gegenteil, göttliches Geschehen als Licht sichtbar! Seit unserer letzten September Tagung haben so viele von Euch ihr Letztes gegeben, um überall in der Welt kleine Lichter anzuzünden. Afrikaner, Asiaten, Europäer haben Seminare gehalten: so hat zum Beispiel unser Mitarbeiter Flory aus Adi/Congo jetzt gerade 3 Wochenseminare an einem Stück in Burundi abgehalten, was absoluter Rekord darstellt. Vorher hatte er noch im Congo an der Grenze zu Zentralafrika ein Seminar gehalten, in einer Stadt die wöchentlich von Rebellen attackiert wird. Auf mein Drängen hin bekam er Personenschutz durch Pygmäen-Soldaten… gegen ein Taschengeld das von Euch Spendern stammte! In Lilongwe-Malawi konnte ich dieses Jahr ein anamed Hospital einweihen, mit 6 Behandlungszimmern zum Teil inklusive Fernseher , geleitet von einem Gemüsewissenschaftler(!), der mehrmals ein anamed Seminar besuchte und nun diese anamed Klinik für konventionell unheilbare (von sehr armen bis sehr reichen) Patienten eröffnet hat, Zuschuss von anamed waren lediglich Artemisiasamen und ein paar Bücher und Poster, unglaublich. Das Interesse von manchen wenigen Regierungen, unglaublich. Der deutsche Botschafter in Burundi wagt sich in diesem Bürgerkriegsland über 100 km zu fahren, um unser anamed Seminar zu eröffnen, unglaublich.

Da schreibt eine Patientin, dass ihr Onkologe ihr zu anamed Rezepten riet, nachdem er selber von metastasierendem Prostatakrebs gesund geworden sei, unglaublich. Da überrascht uns eine Seminarteilnehmerin ohne unser Zutun mit einer mehrsprachigen Homepage über anamed: unglaublich!(www.malaria-cure.it). Da produzieren Kirchgemeinden in Deutschland 150 Kilo Artemisia annua gratis in wochenlanger Handarbeit….und eine Fluggesellschaft transportierte es soeben gratis (!) nach Mosambik, wo Myriam Wahr gerade ihr sechzigstes (!) anamed Zentrum eröffnet hat (www.obomsamaritano.org). Als ich kürzlich an einem anamed Stand auf einer christlichen Konferenz stand, kam ein anderer Aussteller und fragte mich: Ihr habt ja viele Mitarbeiter hier, stimmt es dass Ihr nur mit ehrenamtlichen Mitarbeitern da seid? und ich sagte Ja, und an dem Tag wo das nicht mehr geht reissen wir einfach den Stand ab!

Der Platz reicht hier nicht aus, um Euch zu danken, für ein Spendenergebnis das es uns ermöglicht hat, große Projekte 2015 in Congo, Indien, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mosambik, Senegal, Südafrika, Tansania, Uganda zu verwirklichen…ganz herzlichen Dank dafür! Und weil das alles so unglaublich ist, freue ich mich riesig auf das Wiedersehen mit Euch am 10.September! Übrigens: Der Text dieses Rundbriefes ist von mir persönlich und unzensiert-danke für dieses Privileg als Vereinsgründer!

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